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Computerspiele – gefährlich und süchtig machend? |
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Abendveranstaltung am Hebel-Gymnasium zu einem brisanten Thema
„Spielen Sie auch einmal das Computerspiel, mit dem Ihr Kind sich so gerne beschäftigt“, war ein Ratschlag, den die Expertin Ursula Kluge den Eltern beim „Hebel-Treff“ mitgab. „Und sprechen Sie darüber: Warum gefällt dir das?“ Die Abendveranstaltung am Hebel-Gymnasium zum Thema „Computerspiele - verbieten oder gewähren lassen?“ war erwartungsgemäß gut besucht. Fast 100 Eltern wollten sich über das aktuelle Thema informieren. 50 Schüler/innen waren zu dem Workshop gekommen, der parallel zum Vortrag für Eltern stattfand. Diplom-Pädagogin Ursula Kluge macht zunächst verständlich, worin die Faszination der Computerspiele besteht: „Jedes Spiel verspricht: Macht, Kontrolle, Herrschaft.“ Die Spiele sind immer gleich aufgebaut, jedes Level garantiert am Ende ein Erfolgserlebnis in Form von Gewinnpunkten und dem Aufstieg auf ein höheres Level. „Wo haben die Kinder sonst diese Garantie, dass sie Erfolg haben, wenn sie nur lange genug dran bleiben?“ Jedes Level bringt eine schnelle Rückmeldung, das Gefühl von Stolz und Zufriedenheit hält aber nur kurz an und der Spieler sucht eine neue Herausforderung. Ursula Kluge ist Mitglied in der USK-Kommission, die die Alterseinstufung der Computerspiele vornimmt. Je nachdem, wie stark und konkret die Gewaltkomponente ist, wird die Altersbegrenzung angesetzt (übrigens viel strenger als in Frankreich oder in den USA). Der Rat an die Eltern: „Halten Sie sich strikt an die Altersvorgabe. Lassen Sie sich auf keine Diskussion und Ausnahmen ein!“
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Diplom-Pädagogin Ursula Kluge und Diplom-Sozialarbeiter Wilfried Grüßinger bei Ihrem Einführungsvortrag
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Computerspiele haben nicht nur Nachteile. Die Teilnehmer üben bei einigen Spielen strategisches Denken, trainieren die räumliche Vorstellungskraft und die Auge-Hand-Koordination. Es gibt auch Spiele, bei denen die Schüler einiges beispielsweise über das Mittelalter lernen können. Kluge präsentierte den Eltern dann Auszüge aus den beliebtesten Spielen: „World of Warcraft“ und „Counterstrike“. „World of Warcraft“ ist ein Spiel in einer Fantasy-Umgebung, man kämpft gegen Monster und besteht vorgegebene Abenteuer. „Counterstrike“ ist ein „Ballerspiel“, hier ist die Bildschirmperspektive die des Schießenden. Man sieht nur die Hand mit der Waffe. Sind nun diese Gewaltspiele gefährlich? „Ein Spieler sucht sich das Spiel, das zu ihm passt“, erklärte Frau Kluge. Das heißt, Gewalt in den Spielen fördert bereits vorhandene Gewaltbereitschaft. Sie setzt auch – laut Studien kurzfristig zumindest – das Empfinden von Mitleid herab. Wann wird das Hobby zur Sucht? „Wenn die realen Freunde unwichtiger sind als die Spielpartner im Internet, dann sollten Sie hellhörig werden“, rät die Referentin. Ein Tipp: „Führen Sie eine Woche lang Tagebuch, wie lange ihr Kind am Computer spielt, und setzten Sie es in Relation zu dem, was ein Kind auch tun sollte: Freunde treffen, Sport treiben usw.“ Ihr Fazit: „Verbieten hilft nicht weiter. Erlauben Sie ein kontrolliertes Spielen als Ergänzung zu anderen Hobbys.“
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Der Workshop für Schüler war ein großer Erfolg. Diplom-Sozialarbeiter Wilfried Grüßinger hat sofort Zugang zu den Jugendlichen: Diese waren begeistert, dass sie einmal mit einem Erwachsenen über ihr Hobby „fachsimpeln“ konnten. Durch die Aufklärung des Experten haben die Schüler einen Blick für die geschickte Machart der Spiele bekommen. Elternbeiratsvorsitzender Kai-Jörg Schulz, der zusammen mit dem Arbeitskreis „Gesunde Schule“ den Abend organisiert hatte, dankte den Referenten für den informativen und anregenden Abend.
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Schwetzinger Zeitung 23.3.2009
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Linkliste |
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Eine Zusammenstellung aller angesprochenen Links finden Sie hier: linklisteelternpcspiele.pdf [98 KB]
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Presseinfo < Ursula Kluge > |
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